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Deutschland klatscht für Gendergerechtigkeit — aber wie?


Neuigkeiten zur Initiative für eine noch gendergerechtere gendergerechte Sprache


Vor einigen Wochen wurde von einer Kommission von Genderlinguisten die neue Initiative für eine noch gerechtere gendergerechte Sprache vorgestellt. Der Autor berichtete ausführlich auf der Achse des Guten („Genderstern war gestern —Jetzt wird geklatscht!). Diese Initiative sieht, wie mittlerweile allgemein bekannt sein sollte, vor, den Genderstern nicht zu übergehen, wie es bisher mit der jeweils eingeschobenen Sprachpause (die in Fachkreisen Glottisschlag genannt wird) der Fall war, sondern durch ein Klatschen in die Hände hervorzuheben! Die Zustimmung zu dieser Initiative in der BRD war überwältigend, denn wie sollte man sich sinnvollerweise auch gegen eine noch gerechtere gendergerechte Sprache aussprechen, auch wenn sie bereits in der alten Version allgemein als ziemlich gerecht empfunden wurde? Alleine den Autor dieser Zeilen erreichten hunderte von Zuschriften; es scheint, als ob sich alle in den Dienst der natürlichen Sprachevolution stellen wollen! Deutschland klatscht also für noch mehr Gendergerechtigkeit. Aber der Eifer, mit dem dieser neuer Standard umgesetzt wird, wirft auch Fragen und Probleme auf.


So kamen es beim Umsetzten dieser Sprachregelung im Straßenverkehr zu mehreren Beinaheunfällen, da besonders engagierte Autofahrer/Klatsch/innen beim Telefonieren über die Freisprechanlage die Hände vom Lenkrad genommen hatten, um den Genderstern zu klatschen. Begriffe wie „Geist/er/Klatsch/in/fahrer/Klatsch/innen“ und „Polizist/Klatsch/innnen“ stellen leider doch ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, so dass Automobilverbände davor warnen, derzeit die gendergerechte Sprache während der Fahrt anzuwenden. Genderlinguisten empfehlen stattdessen, beim Fahren die Gendersprachpause aus der alten Regelung zu verwenden und dabei beim Glottisschlag etwas länger zu pausieren. Auch aufgrund der daraus resultierenden Unterbrechungen („Hallo, bist du noch dran!??“) ist dies jedoch keine befriedigende Lösung, zumal auch fraglich ist, ob sie wirklich mit einem signifikanten Mehr an Gendergerechtigkeit verbunden ist. Volkswagen hat deshalb bereits angekündigt, im nächsten Jahr ein Modell auf dem Markt zu bringen, mit dem das Genderklatschen durch die Betätigung des Blinkers jederzeit gefahrlos in das Gespräch eingefügt werden kann. Allerdings wird bei Umschalten auf den neuen Gendermodus Rechtsblinken nicht mehr möglich sein.


Auch die Bundewehr klatscht: Kompaniechef/Klatsch/innen/vertreter/Klatsch/innen.


Seitens der Anwender dieser noch gerechteren Sprachform erreichten uns auch eine Reihe interessanter Anregungen. Mehrere Leser wollten wissen, ob es auch zulässig sei, zweimal oder mehrfach in die Hände zu klatschen. Hiervon rät die Kommission der Genderlinguisten jedoch ab, da durch das Mehrfachklatschen der natürliche Sprachfluss beeinträchtigt werden könnte und Stotterer dies als Diskriminierung ansehen könnten. Außerdem bestünde Verwechslungsgefahr mit dem Applaus. Diesen wolle man (ähnlich wie die Begriffe Indianer, Mohr etc.) perspektivisch zwar auch abschaffen, da er als „Relikt der Kultur alter weißer Männer“ angesehen wird —nach einer Ersatzform wird bereits gesucht—, der Umstellungsprozess werde sich aber noch einige Zeit hinziehen.


Eine Reihe von Lesern wollte wissen, welche Gründe die Kommission bewogen haben, den Genderpups (auch: Genderfurz) nicht in die engere Wahl zu nehmen! Obschon diese Variante die Gendergerechtigkeit noch deutlicher verbessert hätte —schließlich wäre mit ihr neben der akustischen und visuellen sogar noch eine dritte Ebene der Wahrnehmung einbezogen worden, nämlich die olfaktorische—, kam sie nicht in Betracht, da sie laut Klimaschutzverbänden eine deutlich schlechtere CO2-Bilanz aufweist als die Lösung mit dem Klatschen.


Dann wäre da noch die sehr häufig aufgeworfene Frage, in welcher Form Einarmige die neue gendergerechte Sprache umsetzen sollen. Auch hier zeichnet sich bereits eine Lösung ab. Der Einarmige bzw. die Einarmigin soll mit der einen Hand in sein/ihr Gesicht (bzw. bei strittigen Diskussionen in das Gesicht des Gegenübers bzw. der Gegenüberin) schlagen. Problematisch sind allerdings die Menschen ganz ohne Arme. Hier wird in Betracht gezogen, den Genderstern zu artikulieren, indem man die Zunge heraussteckt und gleichzeitig Luft aus dem Mund presst.

Und dann gab es natürlich wieder diejenigen, die selbst eine solch ernsthaft geführte und längst überfällige Debatte in schamlosester Weise mit Spott überziehen mussten, indem sie bewusst offensichtlich abstruse Vorschläge unterbreiteten. Da war die Rede davon, dass das Klatschen mit jeweils einem Liegestütz oder einer Kniebeuge verbunden werden sollte. Ein gewisser Philippicae —ein erbärmlicher Schreiberling—tat sich unter diesen jämmerlichen Unverbesserlichen besonders hervor! Aber auch diese Ewiggestrigen werden die ganz natürliche Sprachevolution in diesem Lande nicht aufhalten können. Am Ende wird die Gendergerechtigkeit triumphieren!

Eine Variante, die in die Zukunft weist!



Hinweis für Frau Göring-Eckardt und alle anderen, die es noch nicht gemerkt haben: Es handelt sich um eine Satire!


Dieser Beitrag wurde am 14.12.2022 auch auf der Achse des Guten veröffentlicht.

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